Aktionsheft zum 3. Nürnberger Friedenslauf: »Mädchentreff e.V. Nürnberg – Erfolgreiches Integrationsprojekt braucht unsere Hilfe«

St. Leonhard, ein netter und lebendiger Stadtteil im Südwesten Nürnbergs. Wer es nicht weiß, merkt nicht sofort, dass sich hinter diesen hübschen Hausfassaden hohe Arbeitslosigkeit versteckt, von der auch häufig Menschen mit Migrationshintergrund betroffen sind. Mitten in dem Viertel in einem ehemaligen Schulgebäude befindet sich der »Mädchentreff«. Bereits seit 25 Jahren bietet er sein vielfältiges geschlechtsspezifisches Angebot an, welches im Nürnberger Raum einmalig ist.

Man könnte meinen, im 21. Jahrhundert sei die Frauenförderung in den modernen westlichen Staaten überflüssig geworden. Doch auch heute entscheiden gesellschaftliche Rollenvorstellungen ebenso wie die soziale Herkunft über die Bildungs- und Lebenschancen vieler Mädchen. Frauendiskriminierung hat verschiedene Gesichter und kommt nicht nur im ausländischen Umfeld vor. Die Frauen vom Mädchentreff e.V. wirken diesem Zustand entgegen. Der Mädchentreff steht für jede Besucherin zwischen 6 und 14 Jahren unabhängig ihrer sozialen und kulturellen Herkunft offen. Mehr als 90% der Mädchen haben Migrationshintergrund. lm Mädchentreff werden die Mädchen nicht nur einfach betreut. Sie bekommen vier Mal die Woche eine warme und gesunde Mahlzeit. Für 24 Mädchen stehen danach Hausaufgabenhilfeplätze zur Verfügung. Hierbei erfahren sie Unterstützung in schulischen Belangen und Hilfe im Erlernen der deutschen Sprache. Außerdem bietet der Mädchentreff vielfältige Freizeitgestaltungsmöglichkeiten wie z.B. offener Treff mit Spielen, Lesen und Disco. Verschiedenste Werkstattangebote sowie spezielle Ferienangebote sind fest in das Programm integriert. Durch unterschiedliche Werkstattarbeiten wie Schweißen, Basteln, Schreinern soll schon früh Neugierde geweckt und Freude im handwerklichen Tun vermittelt werden, so dass die Mädchen selbstbewusst ihre Interessen und eigene Fähigkeiten auch in von Männern dominierten Bereichen ausbauen können. Auf dem Programm steht auch ein vielfältiges Angebot an Computerkursen. Die Mädchen lernen mit verschiedenen Computerprogrammen zu arbeiten als auch einen reflektierten Umgang mit ihrer eigenen Internetnutzung zu entwickeln. Die Ziele des Mädchentreffs sind Unterstützung bei einer selbstständigen Lebensplanung, Erweiterung des Berufswahlspektrums, Entwicklung sozialer, kultureller und politischer Kompetenzen, Politik für Mädchen sowie interkulturelle Mädchenarbeit.

Für ihre einzigartige Tätigkeit haben die Frauen des Mädchentreffs noch im Jahr 2007 den 12. Frauenförderpreis der Stadt Nürnberg erhalten. Knapp drei Jahre danach blicken die drei Festangestellten und die 47 Mitfrauen des Mädchentreffs ins Ungewisse. Die Tätigkeit des bunt gestalteten Hauses wird zu einem großen Anteil durch freiwillige soziale Leistungen der Stadt Nürnberg finanziert. Im Sommer 2009 erfuhr der Mädchentreff e.V. jedoch von einer städtisch geplanten Umwandlung in einen Hort Plus. Das oberste Ziel des Vereins – die offene, geschlechtsspezifische und niedrigschwellige Arbeit des Mädchentreffs – ist jedoch mit der Idee des Hort Plus nicht vereinbar. Der städtische Etat für das Jahr 2010 wurde deshalb bereits um 9% gekürzt, für das Folgejahr werden weitere Kürzungen erwartet. Um ihre wichtigen Aufgaben weiterhin erfüllen zu können, sind die Mitarbeiterinnen des Mädchentreffs auf die Spenden dringend angewiesen.

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