Nürnberger Nachrichten: »Frauenbeauftragte: Stadt geht nicht offen mit Mädchenprojekten um«

Der Plan des Sozialreferats, vier Mädchen- und Frauenprojekten die Zuschüsse zu kürzen und sie in Horte umzuwandeln, ruft weitere Kritiker auf den Plan. Die städtische Frauenbeauftragte Ida Hiller unterstützt den Wunsch der Einrichtungen, in der bisherigen Form weiterzubestehen. Der Verein Degrin, der Mädchentreff, das Mütterzentrum und das Internationale Frauen- und Mädchenzentrum hätten keine Zeit gehabt, über den Vorschlag der Verwaltung nachzudenken, es habe an «Transparenz und Offenheit» gefehlt.

Horst Unbehaun, Prodekan der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Georg-Simon-Ohm-Hochschule, zeigt sich in einem Brief an Sozialreferent Reiner Prölß verwundert darüber, dass Nürnberg als Stadt der Menschenrechte bei Einrichtungen spare, die sich mit ihrer Arbeit mit Migrantenfamilien «einen unverzichtbaren Platz in der multikulturellen Stadtgesellschaft erarbeitet haben».

Zudem würden die Vereine von der Stadt so sehr unter Zeitdruck gesetzt, dass «Irritationen» hinsichtlich der Umgangsweise mit geförderten Vereinen aufkämen. Der Widerstand der Einrichtungen sei «absolut nachvollziehbar», da durch die teilweise Umwidmung in Horte «ganze Arbeitsfelder» gefährdet würden, schreibt Unbehaun. Tatsächlich hat das Internationalen Frauen- und Mädchenzentrum gestern dem Jugendamt mitgeteilt, dass es dem Hort-Konzept nicht zustimmt. Es biete keine ausreichende finanzielle Absicherung, der Platz für einen Hort fehle und Beratungsangebote müssten aufgegeben werden. möl

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